Unter Mitarbeit von Experten verschiedener Fachbereiche wurde zur Gewinnung von petrothermaler Geothermie ein besonderes Verfahren entwickelt: das Multi-Riss-System (MRS):

MRS verwendet Verfahrensschritte, die in der Erdgas-/Erdöl-Förderung erprobt und aktueller Stand der Technik sind. Dies sind z.B. die Horizontalbohrtechnik und die Frac-Technik zum Rissaufschluss harter Gesteine. MRS ähnelt dem Steam Assisted Drainage System, was zur Gewinnung zäher Erdöle eingesetzt wird.

Im tief liegenden Gestein wird mittels ingenieurtechnischer Methoden ein Riss-System als Wärmetauscher angelegt. Durch eine erste Horizontalbohrung wird kaltes Wasser eingebracht, das sich im Wärmetauscher erhitzt und über eine zweite Horizontalbohrung dem Kraftwerk zur Stromerzeugung zugeführt wird.

Dieses Verfahren birgt keine Fündigkeitsrisiken und ermöglicht hohe Fließraten des Thermalwassers bei einer vergleichsweise niedrigen Pumpleistung. Dies wirkt sich sehr positiv auf die Wirtschaftlichkeit der Anlagen aus.

Die Stromerzeugung erfolgt mittels bewährter Kraftwerkstechnik, die auf das Temperaturniveau abgestimmt ist (ORC= Organic Rankine Cycle-Technik).

Das Zusammenspiel dieser Verfahrensschritte für die Geothermiegewinnung wird in der Erstanlage am Standort Finowfurt bei Eberswalde, Land Brandenburg, umgesetzt. Dort soll Mitte 2009 mit den Bohrungen begonnen werden.